Theologische Hochschule Elstal http://www.th-elstal.de Die Nachrichten der Theologische Hochschule Elstal de-de Theologische Hochschule Elstal Mon, 18 Nov 2019 10:32:23 +0100 Mon, 18 Nov 2019 10:32:23 +0100 TYPO3 EXT:news news-2541 Mon, 11 Nov 2019 14:09:56 +0100 500 Jahre Täuferbewegung 1525-2025 http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2541&cHash=421abbfa50291f4471733078ca089119 Studientag im Erfurter Augustinerkloster zum Auftakt des Täufer-Gedenkens „Die Täufer lebten radikale Jesus-Nachfolge. Das waren mutige Frauen und Männer, die nach der Bergpredigt leben wollten. Dafür nahmen sie Verfolgung in Kauf. Unsere Gemeinden haben die Glaubenstaufe und andere Grundsätze mit den Täufern gemeinsam. Aber was mich an den Täufern besonders fasziniert, ist die Art und Weise, wie sie alle Bereiche des Lebens an Jesus als Vorbild ausrichten wollten.“

So fasst Hassan Benjamin Nutzinger, Student an der Theologischen Hochschule Elstal, Eindrücke zusammen, die er aus Erfurt mitbrachte. Zu dem Studientag „Nonkonformisten, Märtyrer, Visionäre“ am 29.10.2019 waren über 70 Frauen und Männer aus ganz Deutschland angereist – mehr, als die Organisatorinnen erwartet hatten. Die meisten Teilnehmenden kamen aus Gemeinden, die direkt oder indirekt mit der täuferischen Tradition verbunden sind: Mennoniten, Baptisten und Adventisten. Veranstalter war der Verein „500 Jahre Täuferbewegung 2025 e.V.“, dem Vertreter mennonitischer Gemeinden und des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden angehören.

Über die Geschichte der Täufer sprach in Erfurt die baptistische Kirchenhistorikerin Andrea Strübind (Oldenburg).  Eine Gruppe von Theologen, Handwerkern und Studenten ließ sich am 21. Januar 1525 in Zürich auf das Bekenntnis des Glaubens taufen. Vorangegangen war ein Zerwürfnis mit dem Reformator Ulrich Zwingli über die Kindertaufe. Zwingli, Luther und die reformatorischen Staatskirchen hielten wie die katholische Kirche daran fest, dass alle Neugeborenen getauft werden müssen.

Die Kindertaufe wurde durch staatlichen Zwang durchgesetzt. Seit ihren ersten Anfängen wurden die Täufer von evangelischen und katholischen Obrigkeiten blutig verfolgt. Zwischen 1525 und 1626 wurden tausende Männer und Frauen wegen des Verbrechens der „Wiedertaufe“ verbrannt, ertränkt oder enthauptet. Dennoch breiteten sich täuferische Gemeinden in den meisten Regionen des deutschen und niederländischen Sprachraums aus.

Einige täuferische Gruppen, die Schweizer Brüder, die Mennoniten, die Hutterer und die Amischen, konnten sich bis zur Gegenwart behaupten. Täuferische Grundsätze übernahmen auch die Baptisten, deren erste Gemeinde 1609 unter englischen Glaubensflüchtlingen in Amsterdam entstand. Täufer und Baptisten vertraten seit ihren Anfängen den Grundsatz der Religionsfreiheit.

Den zweiten Hauptvortrag hielt der reformierte Theologe Marco Hofheinz (Hannover). Er stellte mit dem Mennoniten John H. Yoder (1927-1997), dem Baptisten James W. McClendon (1924-2000) und dem Methodisten Stanley  (geb. 1940) drei Theologen vor, die das Friedenszeugnis der Täufer weitergedacht und auf die heutige Situation bezogen haben.

Nicht nur durch den Ort, das ehemalige Augustinerkloster, in das der junge Martin Luther 1505 eintrat, stand der Studientag unter einem ökumenischen Vorzeichen. Das Erbe der Täufer, die die ersten staatsunabhängigen evangelischen Gemeinden der deutschen Geschichte bildeten, hat für Christen aller Konfessionen Bedeutung. Dies wurde in einer abschließende Podiumsdiskussion deutlich, an der auch die katholische Theologin Dorothea Sattler (Münster) teilnahm.  Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) förderte die Veranstaltung finanziell. Materialien und Informationen zu weiteren Aktivitäten findet man im Internet unter: www.taeuferbewegung2025.de.

 

(Ein Artikel von Prof. Dr. Dr. Martin Rothkegel - erschienen in "DIE GEMEINDE")

]]>
news-2539 Thu, 07 Nov 2019 11:39:02 +0100 100 Jahre Weimarer Reichsverfassung http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2539&cHash=a1b40b30c3f9ed73a2b5287e8b649c8a Symposium zum Verhältnis von Staat und Kirche Darf der Staat einer kirchlichen Institution vorschreiben, eine Mitarbeiterin ohne Kirchenmitgliedschaft einzustellen? Und wie weit reicht das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen? Diese und weitere Fragen diskutierten die Teilnehmenden am 25. und 26. Oktober bei einem Symposium.

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Weimarer Reichsverfassung luden die Theologische Hochschule Elstal und die Evangelisch-Freikirchliche Akademie Elstal ein, baptistische Perspektiven auf das Verhältnis von Staat und Kirche zu zu sichten und zu diskutieren. Dabei wurde nicht nur gezeigt, wie die damaligen Kirchenartikel der Weimarer Verfassung zustande kamen, sondern auch an einem aktuellen Beispiel verdeutlicht, dass das Verhältnis von Staat und Kirche in der Bundesrepublik Deutschland weiterentwickelt werden muss.

Die Weimarer Reichverfassung stellte eine große Zäsur da: Als demokratische Verfassung gewährleistete sie nicht nur die Gewaltenteilung, die Volkssouveränität und Grundrechte wie die Gleichstellung von Frauen, sondern auch die Trennung von Staat und Kirche. Die Kirchenartikel der Weimarer Reichsverfassung haben Eingang in das deutsche Grundgesetz gefunden und sind nach wie vor gültig. Sie ermöglichen Religionsgemeinschaften, als Körperschaften des öffentlichen Rechts gewisse Sonderrechte auszuüben. Das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen erlaubt es ihnen zum Beispiel, dass für sogenannte verkündigungsnahe Aufgaben in kirchlichen Einrichtungen ausschließlich Personen eingestellt werden, die Mitglied einer bestimmten christlichen Kirche sind.

„In Deutschland haben wir weder eine Staatskirche noch eine völlige Trennung von Staat und Kirche. Vielmehr entspricht das Verhältnis einer wohlwollenden Neutralität des Staates gegenüber den in ihm tätigen Religionsgemeinschaften“, so Dr. Jacob Joussen, Professor für bürgerliches Recht sowie deutsches und europäisches Arbeits- und Sozialrecht an der Universität Bochum. An einem exemplarischen Fall verdeutlichte er ein verstärktes staatliches Engagement in Religionsfragen. Frau E. hatte sich bei einem kirchlichen Werk beworben und wurde abgelehnt. Sie klagte dagegen. Nach mehreren gerichtliche Instanzen erhielt sie 2018 Recht. Die Tätigkeit sei nicht verkündigungsnah und erfordere somit keine Kirchenmitgliedschaft. Einerseits hat in diesem Fall ein staatliches Gericht in das kirchliche Selbstbestimmungsrecht eingegriffen, andererseits fand eine Abwägung des kirchlichen Selbstbestimmungsrechts mit dem Diskriminierungsrecht statt.

„In unserer pluralistischer gewordenen Gesellschaft sind die alten Regelungen des Staats-Kirchen-Rechts einfach nicht mehr zukunftsfähig“, so Prof. Dr. Ralf Dziewas von Theologischen Hochschule Elstal: „Die Mehrheit der Bevölkerung stellt die staatliche Förderung des kirchlichen Lebens mehr und mehr in Frage und der Islam kennt keine den Kirchen vergleichbaren Institutionen. Deshalb müssen in vielen Bereichen neue Konzepte für das Miteinander von Staat, Kirchen, Freikirchen und Religionsgemeinschaften entwickelt werden."

Dr. Erich Geldbach, emeritierter Professor für Ökumene und Konfessionskunde an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Bochum, stellte die Geschichte der Weimarer Reichsverfassung vor und formulierte ebenfalls Anfragen an das deutsche Modell. Dr. Immanuel Baumann stellte in seinem Beitrag detailliert vor, welche Bedeutung die mit der Weimarer Reichsverfassung eingeführte Trennung von Kirche und Staat für die Freikirchen hatte und wie diese auf der einen Seite die neuen Möglichkeiten der Körperschaftsrechte ergriffen, andererseits aber dennoch in einer deutlichen Distanz zum demokratischen Staat verblieben.

Prof. Dr. Uwe Swarat entwickelte in einem großen historisch-theologischen Überblick eine Typologie verschiedener Möglichkeiten zur Bestimmung des Verhältnisses von Kirche und weltlicher Macht. Die Grundtypen sind das Staatskirchentum, die Theokratie und die Trennung von Kirche und Staat. Letztere wurde in Luthers Zwei-Reiche-Lehre theologisch konzipiert und von Täufern und Baptisten schon früh in die Praxis umgesetzt. Die Baptisten unterscheiden sich von den Täufern darin, dass die Täufer politisches Engagement für unchristlich erklärten, die Baptisten dagegen sich auch in weltlichen Bereichen engagierten.

Dr. Oliver Pilnei, der Leiter der Evangelisch-Freikirchlichen Akademie Elstal, stellte baptistische Thesen zum Verhältnis von Staat und Kirche vor, die im Anschluss mit Angelica Dinger, Theologin und Leiterin des Arbeitskreises Christinnen und Christen in der SPD, Jürgen Klute von der Partei DIE LINKE und Clemens Breest von den Grünen diskutiert wurden. Eine These beschreibt beispielsweise die Grenzen staatlichen Handelns zugunsten der Religionsgemeinschaften. So sei es beispielsweise problematisch, wenn der Staat die Religionszugehörigkeit zur Erhebung von Kirchensteuern speichere. Andere Thesen widmen sich zum Beispiel dem Religionsunterricht und der Frage nach der Legitimität von theologischen Fakultäten an staatlichen Hochschulen. Die Thesen, die ein Arbeitskreis im BEFG erarbeitet hat, werden auf Grundlage der Rückmeldungen und Diskussionen weiterentwickelt.

„Als Baptisten- und Brüdergemeinden im BEFG fühlen wir uns verpflichtet, für Religionsfreiheit und die Trennung von Staat und Kirche einzutreten“, erinnerte Generalsekretär Christoph Stiba und verwies auf Julius Köbner, einen Mitbegründer der deutschen Baptisten, der bereits 1848 schrieb: „Wir behaupten nicht nur unsere religiöse Freiheit, sondern wir fordern sie für jeden Menschen, der den Boden des Vaterlandes bewohnt, wir fordern sie in völlig gleichem Maße für alle, seien sie Christen, Juden, Mohammedaner oder was sonst.“ Eine Gestaltung der Trennung von Staat und Kirche, die dem gewachsenen religiösen Pluralismus in unserem Land Rechnung trägt, sei weiter zu bedenken.

 

(Ein Artikel von Jasmin Jäger)

]]>
news-2525 Thu, 17 Oct 2019 12:46:02 +0200 Semestereröffnung und Studientag http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2525&cHash=642038d7302d7f769de58d8949695b84 An der Theologischen Hochschule Elstal hat das Wintersemester 2019/2020 diese Woche mit einer festlichen internen Semestereröffnung am Dienstagabend sowie einem feierlichen Gottesdienst und einem akademischen Vortrag am Mittwochvormittag begonnen.

In dem Gottesdienst der Hochschul- und Campusgemeinschaft wurden die neuen Studierenden – darunter sieben im Bachelorstudiengang, eine im M.A. Diakonie und einer im Zusatzstudium – begrüßt. Pastor Michael Noss, Präsident des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, predigte anhand von Josua 1, 1-9 über „Zwischenzeiten“. Dabei betonte er, dass Übergangszeiten unsichere, aber gleichzeitig auch segensreiche Zeiten sind. Solche Situationen sind nicht immer bequem: „Gott ruft uns immer wieder heraus – manchmal zu unpopulären Wegen. Manchmal auch zu Dingen, bei denen wir nicht wissen, wie sie werden." Zusammen mit Josua sind wir aufgerufen, hinzuhören und hinzusehen und mutig und entschlossen zu sein. In alldem geht Gott mit uns, wohin wir auch gehen: „Der mitgehende Gott begleitet euch“. Mit diesem Zuspruch durften die Studierenden und Mitarbeitenden der Campusgemeinschaft in das neue Semester starten.

Im anschließenden Vortrag sprach Professor Dr. Moisés Mayordomo, Professor für Neues Testament an der Universität Basel zum Thema „Gott des Friedens/ Gott der Gewalt. Theologische Ambivalenzen im Neuen Testament“.

Im Mittelpunkt des Vortrags stand die Auseinandersetzung mit neutestamentlichen Texten aus der Bergpredigt (v.a. Mt 5,38-42.45-48) und aus der Johannesoffenbarung.

In Bezug auf die Bergpredigt betonte Mayordomo, dass die Feindesliebe die maximale Ausweitung der Nächstenliebe sei. Den Feind zu lieben, bedeutet aber nicht, dass aus diesem ein Freund wird. Hierbei sprach Mayordomo die Spannweite des griechischen Wortes teleiois an, und erklärte, dass der Begriff „vollkommen“ als Übersetzung zu kurz greife. Auch barmherziges und gutes Handeln seien im teleiois mitinbegriffen. Die Sozialethik der Bergpredigt fasste der Professor aus Basel zusammen in dem Satz: „Seid teleioi, wie euer Vater im Himmel teleiois ist.“ (Mt 5,48) Dieses „Vollkommensein“ schließe auch das barmherzige Handeln ein, wie es uns Gott, der himmlische Vater, vormacht.

Dem grenzenlos barmherzigen Gott aus der Bergpredigt steht das Gottesbild eines gerechten Richters aus der Johannesoffenbarung gegenüber. Die in enthüllender und gleichzeitig verhüllender Sprache verfasste Offenbarung macht es uns heutzutage schwer, die beschriebenen Bilder und Visionen zu verstehen. Dr. Moisés Mayordomo sprach in diesem Zusammenhang über die Gerechtigkeit und Rache Gottes, über Gottes Allmacht und die historische Verortung von Vision und Realität. Bezüglich der Frage nach Christus, der als Lamm und Löwe dargestellt wird, stellt Mayordomo fest: „Christus als Opfer von Gewalt kämpft wie ein Löwe für die Opfer von Gewalt.“

In diesem Sinne fasste der Professor aus Basel zusammen, dass Gott sich in dieser Welt so zu erkennen gäbe, dass sein Sohn Gewalt leide, jedoch nicht Gewalt ausübe.

Was diese theologischen Aussagen für die ethischen Herausforderungen heute bedeuten, wurde in der anschließenden Diskussionsrunde diskutiert.

 

 

 

]]>
news-2481 Mon, 26 Aug 2019 13:02:21 +0200 Bericht der Hochschule für den Bundesrat 2019 http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2481&cHash=b4c69bfa19cc7cbe484db16a23d6b84d Im Berichtsheft für den Bundesrat bietet die Theologische Hochschule Elstal in ihrem Bericht einen kleinen Überblick über die Ereignisse an der Theologischen Hochschule im vergangenen Jahr und interessante Informationen über die Vorgänge im Bereich Lehre und Forschung. 

Der gesamte Bericht steht allen Interessierten jetzt auch als Download zur Verfügung:
Berichtsheft Bundesrat 2019

 

]]>
news-2467 Mon, 29 Jul 2019 09:46:31 +0200 „Towards an Ecumenical Missiology: Witnessing Christ” – Ökumenische Tagung in Mainz http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2467&cHash=958c3ec4635bf72fbf1466eb4b47e920 Vom 15. bis zum 18. Juli 2019 trafen sich 35 Theologinnen und Theologen sowie „Conference Observer“ aus Afrika, Asien, Nord- und Lateinamerika, Europa, Ozeanien und dem Mittleren Osten zu der ökumenischen Tagung „Towards an Ecumenical Missiology: Witnessing Christ” im Erbacher Hof in Mainz. Veranstaltet wurde die Tagung vom Evangelischen Missionswerk in Zusammenarbeit mit missio Aachen, Michael Kißkalt, dem Rektor unserer Hochschule, Traugott Hopp (Akademie für Weltmission Korntal), Claudia Jahnel (Ruhr-Universität Bochum) und Hanna Stahl (Missionsakademie Hamburg).

Inwieweit können unterschiedliche Christologien, die jeweils durch ihre konfessionelle Grundierung und durch ihren besonderen Kontext geprägt sind, das Fundament einer Missionstheologie bilden? Aus sieben Weltregionen legten Referenten aus unterschiedlichen kirchlichen Gruppierungen (katholisch, lutherisch/reformiert, „freikirchlich“, evangelikal oder pentekostal) ihre Christologie und Missiologie dar. So kam in den Vorträgen eine breite Palette von christologischen Zugängen und damit auch missiologischen Folgerungen zum Ausdruck. In den Diskussionsrunden zeigte sich, dass es zwischen den denominationellen Gruppen zwar unterschiedliche Akzentsetzungen in der Christologie gibt, allerdings ist der soziale, religiöse, gesellschaftliche und kulturelle Kontext für die Missiologie weitaus prägender als die konfessionelle Ausrichtung.

]]>
news-2443 Sat, 13 Jul 2019 19:11:00 +0200 Aussendungsfeier der Theologischen Hochschule Elstal http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2443&cHash=b1c9e7469bac7a185869d87a1e3289c3 Am 13. Juli 2019 hat die diesjährige Aussendungsfeier an der Theologischen Hochschule Elstal stattgefunden. Zwölf Absolventen und Absolventinnen aus dem Masterstudiengang der Theologie und der Diakonie sowie aus dem Kontaktstudiengang wurden verabschiedet und unter dem Segen Gottes in den Gemeindedienst oder für ihren weiteren Weg ausgesendet. Auch ein Bachelorzeugnis wurde in diesem feierlichen Rahmen überreicht.
„Gebt euer Wissen weiter, aber nehmt die Leute um euch herum ins Gespräch und bleibt Lernende!“ Mit diesen Worten ermutigte Rektor Prof. Dr. Michael Kißkalt das Abgangssemester, bevor er ihnen die Zeugnisse überreichte. Nach der Zeugnisübergabe hielten Sophie Knopp und Matthias Mrosk stellvertretend für die Abgänger und Abgängerinnen eine Rede. Die Rede der Studierenden hielt der Studierendensprecher Daniel Schuhbach. Auch Wünsche vom Förderverein erreichten die Absolventen und Absolventinnen durch Natalie Georgi.
In einem anschließenden Gottesdienst predigte Matthias Linke über die Begegnung Nathanaels und Philippus mit Jesus in Johannes 1,43-51:
„Wenn Jesus ruft, dann stellt er sich in den Vordergrund („Folge mir“), dann lädt er ein, eigene Erfahrungen zu machen („Komm und sieh“) und dann wird verheißungsvolle Zukunft geatmet („Du wirst noch Größeres sehen“).“ Diesen Fokus auf Jesus, den Raum für eigene Erfahrungen und eine Zukunft voller sich erfüllender Verheißungen wünschen wir den Absolventinnen und Absolventen.
Worte der Ermutigung sprach auch anschließend Dorothee Oesemann als Vertreterin des BEFG im Namen unseres Bundes aus. Bewegend war außerdem das jährliche Gedenken an die Jubilare – die ehemaligen Abgänger und Abgängerinnen des Theologischen Seminars, die dieses Jahr Jubiläum feiern.

Wir gratulieren den diesjährigen Absolventen und Absolventinnen noch einmal an dieser Stelle und wünschen Gottes Segen auf dem weiteren Weg!

]]>
news-2442 Thu, 11 Jul 2019 19:13:11 +0200 Tagung "100 Jahre Trennung von Staat und Kirche" http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2442&cHash=861a68f044018ea4e7f1c86cd38fb9a6 Baptistische Perspektiven für das Verhältnis von Staat und Kirche in einer pluralen Gesellschaft Mit der Weimarer Reichsverfassung etablierte sich auch in Deutschland die Trennung von Staat und Kirche. Prägend für das neue staatsrechtliche Modell der Weimarer Zeit waren die Körperschaftsrechte, die aus der Zeit vor 1919 stammen und auch Eingang in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland fanden. Sie ermöglichen bis heute als Körperschaft anerkannter Religionsgemeinschaften größtmögliche Selbstständigkeit und bieten ihnen ein sogenanntes Privilegienbündel. Dieses Modell wird gelegentlich als "hinkende Trennung" von Staat und Kirche bezeichnet.

Angesichts gesellschaftlicher Entwicklungen stellen sich historische und aktuell relevante inhaltliche Fragen:

  • Wie kamen die Kirchenartikel der Weimarer Reichsverfassung zustande?
  • Wie leistungsfähig ist das bundesdeutsche Modell in einer multireligiösen und zugleich säkularen Gesellschaft?
  • Muss es angepasst bzw. weiterentwickelt werden?

Diesen Fragen wird in Hauptvorträgen in historischer, theologischer und juristischer Perspektive nachgegangen. Daran anschließend werden Thesen, die ein Arbeitskreis im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden als Standortbestimmung verfasst hat, vorgestellt und mit politischen Vertretern diskutiert.

 

]]>
news-2432 Fri, 05 Jul 2019 10:54:55 +0200 Begrüßung Dana Weiner als wissenschaftliche Mitarbeiterin http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2432&cHash=db67cac4b2556f08d9fdd4fe4fa3c676 Diese Woche begrüßte die Theologische Hochschule Elstal Dana Sophie Weiner als neue wissenschaftliche Mitarbeiterin und Rektoratsassistentin. Dana Weiner hat zuvor im Master Freikirchliche Diakonie studiert und ist seit Juli offiziell an der Hochschule eingestellt.

Wir wünschen ihr alles Gute und Gottes Segen für ihre neuen Aufgaben und freuen uns auf die Zusammenarbeit!

]]>
news-2429 Tue, 02 Jul 2019 15:49:12 +0200 Stellenausschreibung Praktische Theologie http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2429&cHash=81794bbf790ec7eb540a4099b4c81d28 Nach vielen Jahren als Professor für Praktische Theologie geht Volker Spangenberg im Sommer 2021 in den Ruhestand. So sucht die Theologische Hochschule Elstal ab 1.Juli 2021 eine geeignete Person zur Neubesetzung einer Professur für Praktische Theologie. Die Praktische Theologie ist an der Theologischen Hochschule Elstal mit zwei Professuren versehen. Erwünscht sind besonders solche Bewerbungen, die eine Schwerpunktsetzung der Professur in der Homiletik und mindestens einem weiteren Bereich der Praktischen Theologie ermöglichen. Zugleich werden die Bereitschaft zur Übernahme von Aufgaben der Selbstverwaltung innerhalb der Hochschule und die aktive Mitwirkung an der Weiterentwicklung von Lehre, Curriculum und Forschungsschwerpunkten der Einrichtung erwartet. Zum Aufgabenspektrum gehört weiterhin die Zusammenarbeit mit den kirchlichen und außerkirchlichen Kooperations- und Praxispartnern.  Die Gemeinden sind gebeten, geeignete Personen auf diese Ausschreibung hinzuweisen. Vor allem Frauen werden zur Bewerbung ermutigt. Die Bewerbungen müssen bis  zum 15.Oktober 2019 im Rektorat der Hochschule eingegangen sein.

 

Die Stellenausschreibung kann hier heruntergeladen werden:

Stellenausschreibung Praktische Theologie (PDF)

 

]]>
news-2424 Wed, 26 Jun 2019 19:08:34 +0200 „Freikirchen in der Ökumene“ – ein Gastvortrag von Dr. Lothar Triebel http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2424&cHash=41cf99b8b5558b14cf97dc33383bdde1 Am Mittwoch, den 26. Juni 2019, hielt Dr. Lothar Triebel, Referent für Freikirchen am Konfessionskundlichen Institut Bensheim, einen Vortrag über „Freikirchen in der Ökumene“ an der Theologischen Hochschule Elstal. Unter der Überschrift „Veränderung ist möglich“ sprach Dr. Triebel über die geschichtliche Entwicklung des Evangelischen Bundes und des Konfessionskundlichen Instituts, deren Selbstverständnis, die Referate, sowie Aufgaben und Arbeitsmethoden. So gehören zu den Aufgaben des Konfessionskundlichen Instituts u.a. das Erforschen von Leben und Lehre aller christlichen Konfessionen, die Beratung von kirchlichen Gremien und von Einzelpersonen, sowie Publikationen und Vorträge. Die Mitarbeitenden des Konfessionskundlichen Instituts arbeiten unter dem Motto „Konfessionskunde heißt: Den Nächsten kennen wie sich selbst“ und so steht das Gespräch und der Austausch zwischen den verschiedenen Konfessionen im Vordergrund.
Dr. Triebel stellte außerdem eine Lehrveranstaltung unter dem Titel „Konfessionskunde“ vor, die er an der Universität in Frankfurt am Main gehalten hat.

Im Rahmen der anschließenden Frage- und Diskussionsrunde sprach der Referent auch über die Schwierigkeiten, vor die viele Studierende freikirchlicher Hochschulen gestellt werden, wenn sie in Deutschland ein Magistertheologiestudium anstreben, promovieren oder habilitieren wollen.
Abschließend betonte Dr. Triebel, dass beim Zusammenkommen verschiedener Konfessionen auch strittige Themen diskutiert würden, jedoch die gemeinsame Mitte im Zentrum stehen sollte.

 

]]>
news-2420 Thu, 20 Jun 2019 16:58:49 +0200 Schnupperstudium in Elstal http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2420&cHash=d1732927c84f6a60eba2260aef145906 Von Montag, dem 17. Juni bis Mittwoch, den 19. Juni fand das diesjährige Schnupperstudium an der Theologischen Hochschule Elstal statt. Der Open-Air-Gottesdienst am Montagabend stand in diesem Jahr unter dem Thema „Freiheit“: Was ist Freiheit? Was machen wir mit der Freiheit, die wir durch Jesus haben? Anhand von Johannes 8,31-36 und Galater 5 ging es um die Freiheit durch Gott und darum, wie wir uns – gerade in unserer von Individualität geprägten Gesellschaft – nicht nur um uns selbst drehen, sondern in der Gemeinschaft mit Gott und anderen Menschen diese Freiheit in Gott leben.

An der Open-Air-Cocktail-Bar und in der anschließenden „Kneipe“ gab es danach Raum und Zeit für Begegnungen zwischen Schnupperstudierenden, Dozierenden und Studierenden. Auch an den anderen Tagen gab es genug Zeit, Gemeinschaft zu erleben, Fragen loszuwerden und einander kennenzulernen – ob in Lehrveranstaltungen, am Beachvolleyballfeld, in der Gesprächsrunde, in der Lobpreis- oder der Campusandacht.

Wir freuen uns auf die neuen Studierenden im Herbst und sind gespannt, wen wir zum nächsten Semesterbeginn an der Hochschule begrüßen dürfen!

 

 

]]>
news-2386 Wed, 08 May 2019 13:12:00 +0200 Überreichung von Bachelor-Zeugnissen und Master-Zeugnis http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2386&cHash=b15fc4171c8f67afc02aca6b0c4aee93 Im Rahmen der Campusandacht vom 8.05 wurden einigen Studierenden der TH Elstal Bachelor-Zeugnisse und auch ein Master-Zeugnis überreicht.

Wir wünschen allen, für die ab hier ein neuer Weg anbricht, Gottes Segen und alles Gute und unseren Bachelorabsolvierenden viel Erfolg und Freude im Masterstudium.

]]>
news-2378 Thu, 11 Apr 2019 20:54:02 +0200 Bericht zu Semestereröffnung und Studientag http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2378&cHash=401f774fa5960a20f4b156449366a270 Mit einem feierlichen Gottesdienst und einem Studientag mit Prof. Dr. Claudia Jahnel hat die Theologische Hochschule Elstal das neue Sommersemester eröffnet. Dabei bildete die Vision einer versöhnten Gemeinschaft der Völker die Klammer zwischen dem Semestereröffnungsgottesdienst, an dem auch die Mitarbeitenden der anderen Bereiche auf dem Elstaler Campus teilnahmen, und dem anschließenden Studientag.

Der Kirchengeschichtler der Hochschule, Prof. Dr. Martin Rothkegel, entfaltete in seiner Predigt zu Jes 2,1-5 auf anschauliche Weise die Vision der Völkerwallfahrt zum Zion und die damit verbundene Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit zwischen den Nationen. Dabei wurde deutlich, dass die prophetische Hoffnung, dass die Menschheit einmal ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden wird, nicht nur der Friedensbewegung eine prägnante Formulierung für ihr Anliegen gab, sondern zu einer Inspirationsquelle für das Werk der Völkerverständigung der UNO und der Einrichtung eines Weltsicherheitsrates wurde.

In ihrem Vortrag über „Theologie im Kontext von Migration - Postkoloniale Herausforderungen und interkulturelle Perspektiven“ entfaltete die Bochumer Missionswissenschaftlerin Prof. Dr. Claudia Jahnel den Beitrag der modernen „Postcolonial Studies“ für das theologische Denken. Während das allgemeine Verständnis von „den Fremden“ oft stark von Bildern geprägt ist, die die Anderen entweder als Opfer oder als Bedrohung stilisieren, ermöglichen die postkolonialen Theorien, diese differenzierter wahrzunehmen. Personen mit Migrationserfahrungen sind Menschen, die verschiedene Kulturen in sich vereinen, über Grenzen hinweg Verständigung ermöglichen und die Welt aktiv verändern. Es gilt sowohl ihre Verletzbarkeit als auch ihre Potentiale und Kompetenzen ernst zu nehmen. Theologisch bedeutet dies, diese Gruppe selbst zu Wort kommen zu lassen und ihre interkulturellen Erfahrungen und Denkweisen aufzunehmen. Dies wird eine Verunsicherung für alte Denkweisen bedeuten aber letztlich dazu beitragen, eine gerechtere Gesellschaft zu gestalten.

Im Zuge der Semestereröffnung wurden auch zwei neue Studierende begrüßt, die im Rahmen ihres Kontaktstudiums ein Präsenzsemester an der Theologischen Hochschule Elstal absolvieren.

Ralf Dziewas

]]>
news-2329 Fri, 15 Feb 2019 08:09:18 +0100 THE-Newsletter geht an den Start http://www.th-elstal.de/fuer-gemeinden/informationen/newsletter/ Die Theologische Hochschule Elstal informiert regelmässig in Newslettern über Neuigkeiten und Hintergründe rund um das Lernen und Lehren an der Theologischen Hochschule Elstal, sowie das Leben auf dem Campus. Der Newsletter erscheint zwei Mal im Jahr, jeweils zum Ende des Semesters. news-2326 Mon, 11 Feb 2019 16:39:40 +0100 Michael Kißkalt zu Besuch am Ghana Baptist University College http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2326&cHash=a88cd6f2d058ce22800ca655b876571f Kirche, Mission und Korruption in einem hochreligiösen Land -
Ein Bericht von Michael Kißkalt zum Besuch am Ghana Baptist University College in Kumasi (Ghana) vom 26.01.2019 bis zum 06.02.2019

Es ist noch Nacht, 5 Uhr morgens. Ich wache auf und höre eine lautstarke predigende Stimme, eindringlich und fordernd. Die öffentlichen Lautsprecher der Info-Center im Viertel sind nun angeschaltet, zuerst für die Morgenpredigt des Pfingstpastors, dann für den Gebetsruf des Muezzins. Ja, die Menschen in Ghana sind sehr religiöse Menschen! Was bedeutet Mission in diesem Kontext?

Ich war an das Ghana Baptist University College (GBUC) eingeladen, um im Rahmen des Master of Ministry-Kurses Pastorinnen und Pastoren, die sich weiterqualifizieren wollen, in Missiologie zu unterrichten. Der Unterricht erfolgte von Montag bis Freitag, 7h/Tag. Für die Studierenden war es die zweite von insgesamt sechs Intensivwochen, deren Inhalte in der siebten als Prüfungswoche abgefragt werden. Natürlich versuchte ich, das Seminar so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, damit wir alle diese lange Studienzeit pro Tag gut durchhalten konnten, auch in der ghanaischen Hitze. Die hochinteressierten und engagierten fünfzehn Studenten (in meinem Kurs waren es tatsächlich nur Männer) machten mir die Aufgabe leicht. Dass wir die Sitzordnung erst einmal in U-Form brachten, war für sie zwar neu, aber sie ließen sich dankbar auf das dadurch erleichterte Palaver ein. Den Tiefgang und den Kenntnisreichtum in den Diskussionen empfand ich als sehr bereichernd. Ihr Witz und Humor und mancher Hang zur Theatralik brachte uns alle immer wieder zum Lachen. Ich thematisierte die theologischen Inhalte in Zusammenhang mit meinen Erfahrungen in Deutschland und in Kamerun; die Studenten verbanden dies gekonnt mit ihrem Erleben in Ghana. Darüber hinaus kümmerten sich die Studierenden während der Seminarwoche um mein leibliches Wohl: Sie versorgten mich wunderbar mit Essen und Trinken, vor allem, wie ich es gewünscht hatte, mit ganz viel tropisch-frischem Obst!

Das Theologische Seminar befindet sich am westlichen Stadtrand von Kumasi und ist die Keimzelle der Universität, inzwischen aber eine nur kleine Abteilung des GBUC. Das Seminar zählt 100 Studierende in verschiedenen, sehr flexibel aufgebauten, theologischen (teils Präsenz-, teils Teilzeit- oder Fern-) Studiengängen: Diploma of Theology; B.Th.; M. of Ministry, M.Th. (im Aufbau). Ihr Hauptgebäude hat die Universität inzwischen in der City, wo die weiteren Fakultäten der Universität, z.B. Administration oder Business, ihren Sitz haben und sehr viel mehr Studierende zählen. Insgesamt umfasst die GBUC 1000 Studierende. Geleitet wird sie von Präsident Dr. Yaw Adu-Gyamfi, Baptistenpastor und Professor für Altes Testament. Aufgrund finanzieller und personeller Einschränkungen hat die Baptist University bisher nicht den Status einer selbständigen Universität erlangt, sondern wird noch als College der Cape Coast University geführt. Das bedeutet z.B., dass alle Prüfungsabläufe und -ergebnisse von der Cape Coast University begutachtet werden.

Ein besonderer Höhepunkt war die gesamtuniversitäre Konferenz zum Thema „Corruption and Nation Building. A Critical Christian Response“ am Montagabend, 16.00 bis 20.00 Uhr. Korruption ist in Ghana ein allgegenwärtiges brisantes Problem, das die Entwicklung des Landes stark ausbremst. In meinem Referat zum Thema „Corruption from the Perspective of Missions“ wies ich auf die Verflechtung von Mission und Korruption seit den Anfängen der Missionsgeschichte hin und darauf, wie moderne internationale Missionsgesellschaften heute versuchen, das Problem zu bewältigen. Andere Referenten gaben Impulse aus biblischen und auch aus zivilgesellschaftlichen Perspektiven. Dabei lernte ich, dass es ein rühriges baptistisches Netzwerk gegen Korruption in Ghana gibt. Die Ghana Baptist Convention mit 400.000 Mitgliedern ist eine der einflussreichen, großen Kirchen in Ghana; aus ihren Reihen kommt auch der Präsident des dortigen Ökumenischen Rates.

In Kumasi, 300 km nordwestlich von Accra, mit 3 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Ghanas und Sitz des einflussreichen Könighauses der Aschanti, lernte ich große Baptistengemeinden kennen. In direkter Nachbarschaft zur Baptistischen Universität in der City befindet sich die größte Baptistengemeinde Kumasis mit einem großen Kirchsaal für 2.500 Menschen. Jeden Sonntag werden drei Gottesdienste gefeiert, damit die 4.000 Mitglieder in einem der Gottesdienste Platz finden. Geleitet wird die Gemeinde von einem Team von Pastorinnen und Pastoren. Pastorin Mary Fosu, deren Mann gerade in Hamburg an der Theologischen Fakultät promoviert, ist für die Jugendarbeit (500 Mitglieder) verantwortlich. Wie in vielen anderen Baptistengemeinden befindet sich auf dem Gelände auch eine Primary School für hunderte von Kindern. Eine willkommene Pausenbeschäftigung ist das Fußballspielen bei den Kindern. Als ich dort gerade zu Besuch war, spielten sie mit einer Orange als Fußball, unterbrachen aber ihr Spiel, um meine weiße Haut zu berühren und meine „seltsamen“ glatten Haare anzufassen.

An meinem letzten Sonntag in Ghana wollten meine Gastgeber, dass ich sechs Gemeindegründungen „im Busch“ im Westen Kumasis kennenlerne. Mit dem entsprechenden Geländewagen kam man gut überall hin. Die jeweiligen Gottesdienste waren so organisiert, dass ich in jeder Gemeinde ca. 15min predigen konnte. Mein Englisch wurde von dem Missionsleiter der Kumasi-Region in die Twi-Sprache übersetzt. Wieder war ich sehr beeindruckt, wie fröhlich, freundlich und offen mir die Menschen, die meist als Kakaobauern ihren Lebensunterhalt verdienen, in den Gemeinden begegneten.

Die Menschen in Ghana sind ausgesprochen religiös veranlagt; es gibt neben einigen Moscheen unglaublich viele Kirchen. Die am stärksten wachsenden Kirchen sind Pfingstkirchen, die von charismatischen Persönlichkeiten geführt werden und den Menschen oft Heilung und Wohlstand versprechen, wenn sie sich unterordnen und finanziell für die Gemeinde und damit für den Pastor engagieren. Hier liegt ein ganz besonderes Problem der Korruption im kirchlichen Kontext vor.

Ganz anders erlebte ich am Anfang meiner Reise die Kirche New Life Church in Tema bei Accra. Die ghanaische New Life Kirche nahm vor vielen Jahren mit Vater Robert Aidoo ihren Anfang in Tema, bis dann der Sohn und jetzige Hauptpastor Richard Aidoo nach Deutschland kam und in Düsseldorf die New Life Church gründete, die sich dann internationalisierte und dem BEFG anschloss. Der Sitz der New Life Church wanderte also mit den Migranten und ihrem Missionar von Ghana nach Deutschland. Als Leiter der dortigen New Life Gemeinden mit Hauptsitz in Ghana und mit ungefähr 600 Mitgliedern wurde Pastor Anim eingesetzt. Von ihm wurde ich sehr herzlich empfangen und umsorgt. In den beiden Gottesdiensten am Sonntagvormittag hielt ich jeweils die Predigt. Ich empfand die Gottesdienste denen in Düsseldorf als sehr ähnlich, nur in der Art der Gesänge und Tänze und in der Hochachtung, die die Menschen ihrem Pastor entgegenbringen, viel afrikanischer geprägt. Auch hier gehören eine Schule und weitere soziale Einrichtungen selbstverständlich zum Gemeindeleben dazu.

Ein kultureller Höhepunkt der Reise war für mich der Besuch der Festung in Elmina, westlich von Cape Coast, an der ehemaligen Goldküste. Sie ist eine von vielen, bis heute gut erhaltenen „Sklavenburgen“ in Ghana. Errichtet wurde sie im 15. Jahrhundert von den Portugiesen als Militär- und Handelsstützpunkt, dann ging sie in holländische und schließlich in englische Hände über. Von hier aus wurden tausende afrikanische Sklaven, die die Qualen der Gefangenschaft überlebt hatten, durch die „Door of no Return“ in die Kolonialgebiete der Karibik verschifft. Von einem Einheimischen wurde ich durch die alten Gemäuer geführt: von den Sklavenkerkern bis zur Gouverneurssuite in den oberen Geschossen. Das Bibelwort nach Psalm 132,14: „Hier ist das Haus des Herrn, hier wohnt Gott“ in der holländischen reformierten Kirche direkt über den Sklavenkellern machte mich sprachlos. Wie blind und taub kann man die Bibel lesen? Und mir stellt sich die Frage: Wo sind wir heute blind und taub?

Die Kooperation mit dem Ghana Baptist University College verbindet die Theologische Hochschule Elstal mit einer dynamischen Kirche und Universität in einem sich entwickelnden afrikanischen Land mit großer Offenheit für Impulse aus Europa, die im Geist der Brüderlichkeit vermittelt werden.

]]>
news-2323 Tue, 05 Feb 2019 14:12:23 +0100 Elstaler Predigtdienste online http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2323&cHash=84a1e0cd78eee0858599a93805acb390 Da das Predigen zu den Kernaufgaben des pastoralen Dienstes gehört, ermutigt die Theologische Hochschule Elstal seit jeher ihre Studierenden, im Laufe des Studiums Predigttermine wahrzunehmen und dabei sowohl die Gemeinden, als auch die eigenen Kompetenzen besser kennenzulernen. Bisher lief die Vermittlung unstrukturiert über einzelne Aushänge oder Mundpropaganda ab. Dieses Prozedere soll nun durch eine engere  Zusammenarbeit des Landesverbandes Berlin Brandenburg und der Studierendenschaft der Theologischen Hochschule Elstal erleichtert werden.

Seit diesem Jahr haben die Gemeinden des Landesverbands Berlin Brandenburg die Möglichkeit, direkt über die Homepage des Landesverbandes die Studierenden der Theologischen Hochschule Elstal zu kontaktieren, um einen Predigtdienst zu vereinbaren. Über einen von der Studierendenschaft organisierten Verteiler gehen die Mails direkt an Studierende, die für Predigtdienste offen sind, und werden innerhalb einer Woche beantwortet. Auf den Foren "Kleine Gemeinden" des Landesverbandes in Cottbus und Oranienburg (29% der Berliner, und 57% der Brandenburger Gemeinden haben unter 50 Mitglieder) war das Thema "Predigtdienste" eines der Anliegen, die als besonders dringlich eingestuft wurden. Mit dieser neuen Möglichkeit der Vermittlung von Predigtdiensten hofft der Landesverband, dem Anliegen gerade der "kleinen Gemeinden" entsprechen zu können. Thorsten Schacht: "Wir sind dankbar, dass durch das Engagement der Studierenden das geistliche Leben in den Gemeinden gefördert werden kann. Der Predigtdienst, gerade in einer ‚kleinen Gemeinde‘, ist auch in besonderer Weise förderlich, das eigene Predigerprofil zu finden, da die Gottesdienstgemeinschaft von einer großen Dankbarkeit für den Predigtdienst bestimmt ist." Auf das Angebot können natürlich alle Gemeinden im Landesverband und darüber hinaus zurückgreifen und „wir glauben“, so Thorsten Schacht „dass es segensreich für die Gemeinden und die Studierenden sein wird.“

Der Kontakt kann über die Homepage des Landesverbandes (baptisten-bb.de) sowie der Theologischen Hochschule Elstal (hier klicken) erfolgen oder direkt über die Mail Adresse: predigtdienste@vlist.th-elstal.de

]]>
news-2305 Wed, 09 Jan 2019 11:04:32 +0100 Einkehrtag zum Thema "Friedensjäger - Hoffnungsträger" http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2305&cHash=4924c8864f0d69be4f4a7f6d31030468 Zu Beginn des neuen Jahres 2019 fand am Montag, 07.01.19, der Einkehrtag der Theologischen Hochschule Elstal mit dem Motto „Friedensjäger - Hoffnungsträger“ statt. Das Thema, das von Prof. Dr. Andrea Klimt, Prof. Dr. Dirk Sager und von Studierenden der Hochschule gestaltet wurde, drehte sich um die Jahreslosung 2019 aus Psalm 34,15: „Suche Frieden und jage ihm nach!“

In einem ersten Teil des Einkehrtages hörte die Hochschulgemeinschaft eine Andacht von Prof. Dr. Dirk Sager über die Suche nach Frieden. Wie suche ich Frieden und wo kann ich ihn finden? Wie kann ich Frieden schaffen? Bei aller menschlicher Suche und Sehnsucht nach Frieden ist es ermutigend und tröstend zu wissen, dass Gott unser Friede ist. Denn wie es in Johannes 14,27 steht, können auch wir uns von Gott zusprechen lassen: „Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.“

Nach einer anschließenden Zeit der Begegnung bei Kaffee und Keksen gab es die Möglichkeit, sich in unterschiedlichen Räumen der Hochschule näher mit dem Frieden zu beschäftigten, ihn zu erfahren und Gott auf verschiedene Art und Weise zu erleben. So nahmen einige am Angebot des Taizé-Gebets teil, andere am Bible Art Journaling, an der Weg-zum-inneren-Frieden-Station oder man wurde schöpferisch bei der Kreativstation. Auch konnten wir Gottes Frieden in der Natur entdecken oder durch die kreative Gestaltung von Naturmaterialien einen erlebten Frieden ausdrücken. Neben dem Lobpreisraum und dem Hoffnungsraum, einem Raum der Stille, konnte man sich an der Peace-Wand über Projekte informieren, die sich für den Frieden in der Welt engagieren. Durch das ganze Gebäude fand sich ein „Weg des Friedens“, auf dem man an mehreren Stationen innehalten und über den Frieden reflektieren oder mit Gott ins Gespräch kommen konnte.

Den Abschluss des Einkehrtages bildete nach einer Gesprächszeit mit Kaffee und Kuchen eine Austauschrunde über persönliche Eindrücke und über eigene nächste Schritte hin zum Frieden. Inspiriert von diesem Tag nehmen wir Gedanken mit wie z.B. „Frieden beginnt im Kleinen“ oder „immer wieder neu ein Friedensstifter zu sein“.

Zu guter Letzt bestand die Möglichkeit, den Einkehrtag noch gemeinsam bei Glühwein an einer Feuerschale ausklingen zu lassen.

]]>
news-2304 Fri, 21 Dec 2018 08:52:10 +0100 Mit Gottesdiensten in die Weihnachtspause http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2304&cHash=3bd85ab052d5933397d60804bb32522e Am Dienstagabend, 18.12.18, fand in der Theologischen Hochschule Elstal der alljährliche Weihnachtsgottesdienst statt. Der Gottesdienst begann mit dem Vortrag des Liedes „Herbei o ihr Gläubigen“, das neun Studierende fünfstimmig und in vier Sprachen acapella sangen. Als Roter Faden zog sich die Geschichte vom Schuhmacher „Vater Martin“ durch den Gottesdienst, der Jesus ganz anders begegnet, als er es erwartet hatte. Die Predigt von Christian Kuß handelte von uns Menschen als Empfangende, die wir zuerst von Gott empfangen haben. Die Weihnachtslieder, die von einem Streichertrio begleitet wurden, umrahmten den Gottesdienst.
Anschließend gab es die Möglichkeit bei Glühwein, Mandarinen und Keksen und in besinnlicher Atmosphäre ins Gespräch zu kommen.

Am Mittwoch, 19.12.18, feierten wir in der letzten Campusandacht vor den Weihnachtsferien, dass Jesus zu uns gekommen ist und Mensch geworden ist. In Bezug auf die matthäische Vorgeschichte Jesu predigte Thomas Klammt, Referent für Integration und Fortbildung im BEFG, über Ruth und darüber wie Gott „aus bitteren Migrationsgeschichten Integrationsgeschichten macht“. Gerade jetzt an Weihnachten und im Blick auf unsere Gesellschaft können wir uns immer wieder neu daran erinnern, dass Jesu Ursprung mit Migration und Integration zusammenhängt.
Auch nach der Campusandacht gab es etwas zu feiern: Vier Studierenden wurden vom Studienleiter Prof. Dr. Dirk Sager ihre Bachelor-Zeugnisse überreicht.

Ab heute beginnt in Elstal die Weihnachtspause. Am 07.01 trifft sich die Hochschule wieder zum gemeinsamen Einkehrtag mit dem Thema "Jaget dem Frieden nach", der reguläre Unterricht beginnt am 08.02.2019.

]]>
news-2301 Mon, 17 Dec 2018 16:22:43 +0100 Adolf Pohl verstorben http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2301&cHash=89243e5ee0dbfa06cfbf7576e2f3162d Adolf Pohl ist am Nachmittag des 10. Dezembers im Alter von 91 Jahren verstorben. Adolf Pohl war von 1959 bis 1991 Dozent für Neues Testament und Dogmatik am neugegründeten Theologischen Seminar der Baptisten in der DDR. Von 1964-1970 war er außerdem Direktor eben jenes Seminars in Buckow bei Berlin. Als über den Baptismus hinaus bekannter Theologe und Autor prägte Adolf Pohl das theologische Denken vieler Menschen.

Als Theologische Hochschule besuchten wir noch vor drei Jahren Adolf Pohl in Buckow. Er hielt einen ermutigenden Vortrag zur "Rolle der Theologie heute" und erzählte zusammen mit Jörg Swoboda von den Schwierigkeiten, die bekennende Christen in der DDR hatten und wie sie trotzdem künftige Pastoren theologisch ausbilden konnten und der Staat sie gewähren ließ. Diese Reise in die Vergangenheit unseres Bundes hinterließ bei den Studierenden und auch Dozierenden einen bleibenden Eindruck.

Eine erste Würdigung des Wirkens von Adolf Pohl findet sich auf der Homepage des BEFG.
Der offizielle Nachruf unseres Gemeindebundes kann hier heruntergeladen werden.
Ein ausführlicher Nachruf auf Adolf Pohl wird in der nächsten Ausgabe unserer Zeitschrift "Theologisches Gespräch" erscheinen.

]]>
news-2297 Tue, 11 Dec 2018 08:22:00 +0100 Adventskonzert in der Theologischen Hochschule http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2297&cHash=35924cf5f93478a748076b390cacaab5 Am 11. Dezember 2018 fand das diesjährige Adventskonzert des Bildungszentrums Elstals in der Theologischen Hochschule Elstal statt. Zu diesem Anlass kamen Studierende, Dozierende und Freunde der Theologischen Hochschule Elstal, sowie Mitarbeitende des Campus und EinwohnerInnen aus Elstal zusammen.

Das vielfältige Programm, das von Prof. Dr. Uwe Swarat moderiert wurde, erstreckte sich über verschiedene musikalische Darbietungen: Ob klassisch oder modern, instrumental oder gesungen, Deutsch oder Englisch, traditionell oder temporär – die bunte Mischung an Beiträgen hielt für jeden und jede etwas bereit. Eine besondere Rolle spielte die Internationalität der Studierenden und Freunde des Campus, die beispielsweise durch sieben verschiedene Sprachen in einem Lied ausgedrückt wurde. Auch das Stück „Mary, did you know?“, das vom „Professoren-Chor“ vorgetragen wurde, gilt sicherlich als eins der Highlights.

Thematisch nahm Prof. Dr. Carsten Claußen die Anwesenden mithinein in die Situation Marias, die Gott in Lk 1,46-55 für sein Wesen und für die Geburt Jesu preist. Hierbei gestaltete Prof. Claußen die biblische Besinnung als einen an Maria adressierten Brief. Zur Sprache kam die Spannung zwischen dem Bild einer erhöhten Maria und der demütigen Maria, die sich selbst klein vor Gott fühlt und in Lk 1,46ff diesem Gott das „Magnificat“, einen Lobgesang, singt. Denn den Gott, der durch Jesus klein in die Welt kommt, möchte Maria anbeten und in dieser Haltung kann sie uns zum Vorbild werden. Mit den bekannten Liedzeilen von Gerhard Schöne schloss Prof. Claußen: „Alles muss klein beginnen, lass etwas Zeit verrinnen. Es muss nur Kraft gewinnen, und endlich ist es groß.“

Natürlich durfte auch das gemeinsame Weihnachtsliedersingen nicht fehlen und so stimmten sich Campusgemeinschaft und Gäste mit typisch englischen Liedern, die aber mit deutschem Text gesungen wurden, auf die Weihnachtszeit ein. Der Abend konnte anschließend bei Punsch und Gebäck in gemütlichem Beisammensein abgerundet und in weihnachtlicher Stimmung genossen werden.

]]>
news-2271 Thu, 15 Nov 2018 15:31:05 +0100 Die Theologische Hochschule zu Gast in den Gemeinden Norddeutschlands http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2271&cHash=39f5510469053ad2199eb8df6a997eea Vom 09. – 11. November 2018 war die Theologische Hochschule zu Gast bei verschiedenen Baptistengemeinden im Landesverband Norddeutschland. Im Rahmen der Studienfahrt reisten insgesamt sechs Teams, mit je einem Dozierenden und zwei bis drei Studierenden, in Gemeinden und Diakoniewerke, die sie zuvor eingeladen hatten. Ziel der Studienfahrt ist es Beziehungen zu Gemeinden zu knüpfen, über die Hochschule zu informieren, theologische Impulse weiterzugegeben und Gottesdienste zu feiern.

Das Team von Prof. Dr. Uwe Swarat, Dozent für Systematische Theologie, besuchte die Gemeinden Elmshorn, Kaltenkirchen und Ahrensburg. Bei der Vorstellung der Hochschule am Freitagabend in Elmshorn kamen auch einige Mitglieder aus Nachbargemeinden und zeigten sich sehr interessiert an der Arbeit der Hochschule. Bei einem Männerfrühstück in Kaltenkirchen hielten die Studentinnen Tamara Schenk und Nele Grasshoff einen Vortrag zum Thema „Gemeinde der Zukunft im Sinne des Erfinders“ und diskutierten über die Frage, ob es noch zeitgemäß sei eine baptistische Konfession in Zeiten eines ökumenischen Christentums zu pflegen. Gerade jüngere Gläubige denken heute weniger konfessionell, allerdings bedarf Dialog und ökumenische Begegnung klarer Haltungen über die man miteinander diskutieren und dadurch gemeinsam wachsen kann. Eine konfessionelle Identität zu pflegen muss nicht zwangsläufig für Abgrenzung stehen, sondern kann dazu dienen, dass verschiedene Kirchen unterschiedliche Aspekte der gemeinsamen Wahrheit beleuchten und sich dadurch gegenseitig befruchten. Auch die anderen Teams setzten sich mit ihren Zuhörern zu spannenden Themen auseinander: Volker Spangenberg, Professor für Praktische Theologie, hielt im Albertinen-Haus Hamburg-Schnelsen einen Vortrag mit dem Titel „Der Glaube an die Vergebung der Sünden“ und Carsten Claußen, Professor für Neues Testament, hielt mit seiner Gruppe einen Themenabend zur Fragestellung „Leben Christen eigentlich anders?“. In ganz lockerer Athmosphäre diskutierten die Gruppen des Alttestamentlers Dirk Sager und der Praktischen Theologin Andrea Klimt im Rahmen eines gemeinsamen Frühstückes über das Thema „familienfreundliche Gemeindearbeit“ in der Gemeinde Hamburg Altona, bei der auch Besucher aus anderen Hamburger Gemeinden teilnahmen. Zeiten des gemeinsamen Essens und der Begegnung gehören zum Konzept der Studienfahrten dazu, daher wurde in den Gemeinden selbst, bei Gemeindemitgliedern oder, wie die Gruppe von Dirk Sager, im Diakoniewerk Tabea übernachtet, wobei stets persönliche Gespräche mit den Gasteltern oder den Heimbewohnern entstanden. Zwischen den Veranstaltungen blieb bei allen Teams etwas Zeit für gemeinsame Ausflüge, zum Beispiel zur Englischen Planke, wo früher das Wohnhaus Onckens stand oder zum Marine-Ehrenmal in Laboe, wo am 09. November dem Ende des ersten Weltkrieges vor 100 Jahren gedacht werden konnte. Nach den Gottesdiensten am Sonntagmorgen machten sich die Teams mit vielen neuen Erfahrungen wieder auf den Heimweg nach Elstal. Anika Schumann, Studentin aus dem 1. Semester BA-Theol meint: „Es war mega interessant einige Gemeinden unseres Bundes kennen zu lernen und zu sehen, was die Leute dort gerade bewegt und mit welchen aktuellen theologischen Themen sie sich gerade beschäftigen.“ Gesine Möller, Studentin im 3. Semester BA-Theol, zeigt sich ebenfalls begeistert: „Ich war angetan von dem Interesse der Gemeinden, ihrer Vielfalt und der Gastfreundschaft, aber auch vom kulturellen Angebot.“

Folgende Gemeinden wurden besucht: Jugendgottesdienst der Hamburger Innenstadtgemeinden, EFG-Osdorf, Diakoniewerk Tabea (Gruppe Prof. Dr. Dirk Sager); EFG-Norderstedt, Hamburg-Altona, EFG-Billstedt (Gruppe Prof. Dr. Andrea Klimt); EFG-HH Schnelsen, EFG-Quickborn, EFG-Buchholz (Gruppe Prof. Dr. Volker Spangenberg); EFG-Kiel Wilhelminenstraße, EFG-Flensburg, EFG-Schleswig (Gruppe Prof. Dr. Carsten Claußen); EFG-Elmshorn, EFG-Kaltenkirchen, EFG-Ahrensburg (Gruppe Prof. Dr. Uwe Swarat); EFG-Lübeck-Kücknitz, EFG Ratzeburg, EFG Oldenburg (Gruppe Prof. Dr. Dr. Martin Rothkegel).

]]>
news-2250 Wed, 24 Oct 2018 08:20:00 +0200 Prof. Dr. Dirk Sager übernimmt die Studienleitung von Prof. Dr. Uwe Swarat http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2250&cHash=fadcd0267129679ec33423e0955f19b0 In der Campusandacht am Mittwoch, den 24.10.18, predigte Prof. Dr. Dr.  Martin Rothkegel über die Tageslosung  aus Jeremia 16,20: "Wie kann ein Mensch sich Götter machen? Das sind doch keine Götter!“ Anschließend wurde Prof. Dr. Uwe Swarat die Ehre zu Teil das letzte Mal als Studienleiter Bachelorzeugnisse zu verteilen. Seit Beginn dieses Semesters hat Prof. Dr. Dirk Sager das Amt des Studienleiters übernommen, im Rahmen der Campusandacht empfing Uwe Swarat Dankesworte für seinen langjährigen Dienst. Dirk Sager wurde als neuer Studienleiter vorgestellt und unter den Segen Gottes gestellt.

"Wie kann ein Mensch sich Götter machen? Das sind doch keine Götter!“ (Jer. 16,20) In der Campusandacht am Mittwoch, den 24.10.18, predigte Prof. Dr. Dr.  Martin Rothkegel über die Tageslosung  aus Jeremia 16,20. Im antiken Israel war das Herstellen von Göttern aus Holz oder anderen Materialien üblich, was von den biblischen Propheten stets kritisiert wurde. Die Kritik an den selbstgemachten Göttern zieht sich bis in die Neuzeit, so galt Gott bei Ludwig Feuerbach oder Karl Marx als menschengemachte Übertragung eigener Bedürfnisse und Wünsche. Martin Luther schrieb in seinem Großen Katechismus über die Götzenfrage: „Woran du aber dein Herz hängst, das ist dein Gott“. Götter und Götzen können viele Gesichter haben, sei es Geld, Status oder Ansehen. Der Glaube an den lebendigen Gott fordert dazu heraus seine eigenen Sehnsüchte zu hinterfragen und sich neu auf Gott hin auszurichten. Prof. Rothkegel schloss mit den Worten, dass wir angesichts der Herausforderungen in der heutigen Welt uns immer wieder an Gott wenden können mit den Worten aus Jeremia 16,19: HERR, du bist meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not!

Im Anschluss an die Campusandacht wurden zwei Master- und ein Bachelorzeugnis an Studierende überreicht, die ihren Studiengang abgeschlossen haben. Besonders hevorgehoben wurde außerdem der Wechsel in der Studienleitung an der Hochschule: Prof. Dr. Uwe Swarat, der das Amt der Studienleitung nun für 15 Jahre innehatte, wurde verabschiedet und Prof. Dr. Dirk Sager wurde als der neue Studienleiter begrüßt. Prof. Dr. Ralf Dziewas sprach Dankesworte und auch Lucie Meißner bedankte sich im Namen der Studierendenschaft bei Prof. Swarat für sein Engagement und das Investieren in die Studierendenschaft. Als Studienleiter hat sich Uwe Swarat nicht nur unermüdlich für die Belange der Hochschule und ihre Akkreditierung eingesetzt, sondern mit viel Empathie und Einsatz dafür gesorgt, dass auch Studierende mit zum Teil schwierigen Studienverläufen ihr Ziel und damit einen Abschluss erreichen konnten. Als Hochschule sind wir unserem Dozenten und Kollegen sehr dankbar und ebenso seinem Nachfolger Prof. Dr. Dirk Sager, der sein Amt seit diesem Semester bereits offiziell übernommen hat.

]]>
news-2245 Wed, 17 Oct 2018 07:41:34 +0200 Semestereröffnungsgottesdienst in der EFG Bethel Friedrichshain http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2245&cHash=1c31a3c8159976a7f62ebfe0510987bf Auch in diesem Jahr wurden die neuen Studierenden der Theologischen Hochschule Elstal nochmals herzlich mit einem Gottesdienst, der am vergangenen Sonntag in der EFG Bethel in Berlin Friedrichshain stattfand, willkommen geheißen.

Begrüßt durch den Pastor Anton Tontchev, Musik von einer Lobpreisband und durch eine Predigt von Volker Spangenberg, der die Studierenden auch in den nächsten Jahren als Dozent in Elstal begleiten wird, durfte der neue Jahrgang in das Studium starten. Mit dem Predigttext aus Hebräer 10, 23-25 ging Volker Spangenberg auf die Bedeutung der Begriffe des Festhaltens und Loslassens ein und ermutigte die Gemeinde, gemeinsam an dem Bekenntnis der Hoffnung und des Glaubens festzuhalten.

Nach der Predigt wurden die 15 Studierende des Bachelorjahrgangs und die zwei Studierende im Jahrgang Freikirchliche Diakonik der Gemeinde vorgestellt und für ihre kommende Studienzeit unter den Segen Gottes gestellt. Zudem wurde die Gemeinde durch persönliche Berichte zweier Studierender mit in den Entscheidungsprozess für das Studium an der Theologischen Hochschule Elstal hineingenommen. Im Anschluss gab es bei Kaffee, Keksen und Getränken die Möglichkeit für Austausch und Gespräche und ein näheres Kennenlernen der neuen Studierenden.

]]>
news-2243 Wed, 10 Oct 2018 07:37:00 +0200 "Muss ein Christ immer die Wahrheit sagen?" - Semestereröffnung und Studientag mit Prof. Dr. Christiane Tietz http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2243&cHash=c06b19687e8762fdfb9703704338850c Traditionell wurde das neue Semester  mit einem gemeinsamen Abendessen in der Mensa und einem darauffolgenden Studientag eröffnet. Dieser wurde mit einem Gottesdienst eingeleitet, in dem Prof. Dr. Uwe Swarat eine Predigt über die Emmausjünger hielt. Grundlage war Lukas 24, 23: „Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete?“ Im anschließenden Vortrag referierte Prof. Dr. Christiane Tietz von der Universität Zürich zum Thema „Muss man immer die Wahrheit sagen? Dietrich Bonhoeffers Auseinandersetzung mit dem Verbot zu lügen in der Situation der Verschwörung“.

In der Predigt von Uwe Swarat ging es um neue Perspektiven auf die Heilige Schrift. Die Jünger begingen ihren Weg nach Emmaus in der tiefen Verzweiflung, dass das Werk Jesu gescheitert war. Sie erkannten in der Heiligen Schrift die Erfüllung des prophetischen Wortes durch Jesus Christus, konnten seinen Tod jedoch nicht mehr in ihr Glaubensleben einordnen. Es war erst der auferstandene Christus, der ihnen neue Zugänge zur Schrift eröffnete und seinen Tod nicht als Ende, sondern als Teil des göttlichen Heilsplanes auslegte. Dieser neue Zugang riß die Jünger aus ihrer Resignation und weckte neue Begeisterung. Den Anspruch Christus in der Schrift zu erkennen haben wir auch heute noch. Dazu müssen alte Verständnisse auch mal aufgebrochen werden und neugierige Fragen gestellt werden, damit neue Erkenntnisse das Herz entflammen. In dieser Haltung ein Theologiestudium zu beginnen bringt Früchte und unerwartete Einsichten.

Im anschließenden Vortrag von Prof. Dr. Christiane Tietz ging es um das spannende Thema „Muss ein Christ immer die Wahrheit sagen?". Diese Frage beschäftigt die Gläubigen schon seit je her und findet sich auch in zahlreichen spannenden biblischen Geschichten wieder (z.B.: Kain belügt Gott über Abels Verbleib, Abraham und Isaak geben ihre Frauen als Schwestern aus, Jakob erschleicht den Segen der seinem Bruder galt). Selbst der Dekalog gibt keine eindeutige Antwort, so bezieht sich das achte Gebot genau genommen auf Falschaussagen vor Gericht und verbietet Lügen nicht generell. Religions- und Philosophiegeschichtlich haben sich drei Antwortstränge aus dieser Frage ergeben: (1) Die radikale Wahrhaftigkeit, die unter allen Umständen die Wahrheit einfordert, da Lügen generell der menschlichen Gemeinschaft schadet. (2) Die Unterscheidung zwischen Falschaussage und Lüge (Lüge ist es nur, wenn der Fragende ein Recht auf die Wahrheit hat). (3) Die Pflicht zur Wahrheit steht im Konflikt zu anderen Pflichten, daher gilt es sich bewusst für den Vorrang einer Pflicht zu entscheiden (Die Pflicht zur Wahrheit wird vernachlässigt um z.B. der Pflicht zum Erhalt des Lebens nachzukommen).

In diesen bereits vorhandenen Lösungsansätzen findet Dietrich Bonhoeffer einen ganz eigenen Weg. Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler macht er sich während seiner Gefangenschaft Gedanken, wie er mit den anstehenden Verhören als Christ umzugehen habe. Grundlegend war für ihn die Einsicht, dass Wahrheit eben nicht, wie bei den vorangehenden Ansätzen, die Bezeugung des Faktischen (was wirklich ist) ist. Stattdessen muss Wahrheit einhergehen mit der Wirklichkeit des lebendigen Christusgeschehens und kann daher kontextuell unterschiedlich aussehen. Gott gab den Menschen Mandate um seinem Willen gemäß in Kirche, Staat und Familie zu handeln und ein friedliches Miteinander zu ermöglichen. Wer aufgrund einer unpassenden Frage genötigt wird diesem göttlichen Willen nach Harmonie für Mensch und Welt zu schaden, für den ist es wahrer das faktisch Falsche zu sagen. Wahrheit ist demnach nichts rein objektives, sondern auch am Maßstab der Wirklichkeit des lebendigen Gottes zu messen. Für Bonhoeffer hatte das konkrete Konsequenzen: Im Verhör durch einen Vertreter eines Unrechtsstaates war er dazu verpflichtet in Wahrhaftigkeit das faktisch Falsche zu sagen, um der menschlichen Gemeinschaft und der göttlichen Wirklichkeit nicht zu widersprechen.

]]>
news-2218 Mon, 16 Jul 2018 14:49:53 +0200 Feierliche Aussendungsfeier der diesjährigen AbsolventInnen http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2218&cHash=70e3689b61e861c9f70b50c2871232fc Am 14.07.2018 wurden bei der diesjährigen Aussendungsfeier dreizehn Absolventinnen und Absolventen aus dem Masterstudiengang der Theologie und der Diakonie, aus dem Zusatz- und aus dem Kontaktstudiengang verabschiedet. Nicht nur das Abgangssemester wurde unter Gottes Segen in den Gemeindedienst oder für den weiteren Weg ausgesendet, sondern auch einige Studierende aus dem Bachelorstudiengang, die eine neue Richtung einschlagen. Geehrt wurden außerdem rund 60 Jubilare, die 25, 40, 50 oder sogar 60 Dienstjahre feierten.
Verabschiedet wurde Olaf Kormannshaus als Lehrbeauftragter für Psychologie an der TH Elstal, den er freundlicherweise noch einige Jahre nach seinem offiziellen Ruhestand als Dozent ausgeführt hat. Wir sind ihm sehr dankbar für seinen Dienst und wünschen ihm alles Gute und den Segen Gottes.

In einem Gottesdienst wurde die Aussendung feierlich begangen. Dr. Michael Rohde, der ehemalige Professor für Altes Testament an der TH Elstal, predigte über die Begegnung der Jünger mit dem auferstandenen Jesus in Joh. 20, 19-23: „Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“Diese Worte redet der Auferstandene in die Angst der Jünger angesichts der vergangenen Ereignisse hinein. Die Angst wird nicht weggeredet oder klein gemacht, aber die Zusage des göttlichen Friedens gibt einen Trost, der über allen Dingen steht. Dieser Trost ist für den Dienst unverzichtbar, denn wie Jesus aus dem heiligen Himmel auf die sündhafte Erde gesandt wurde, so ist auch der Dienst von Pastorinnen und Pastoren immer wieder von Schuld, Scham, Konflikten, Zweifeln und Ängsten in dieser Welt geprägt. "Friede sei mit euch!" Mit diesen Worten sendet Jesus seine Jünger aus - und diesen Frieden Gottes wünschen wir auch allen, auf die jetzt ein neuer Lebensabschnitt wartet, auf dass sie mutig und mit der Gewissheit, dass Gott an ihrer Seite ist, ihren Dienst antreten können.

]]>
news-2207 Fri, 29 Jun 2018 15:07:03 +0200 "Baptistische Katholizität – was soll das sein?" - Gastvortrag von Prof. Dr. Steven Hammon http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2207&cHash=246abe87f67d321c5b1d357884938718 Am 29.06 hielt Prof. Dr. Steven R. Harmon, Associate Professor of Historical Theology at Gardner-Webb University School of Divinity, Boiling Springs, North Carolina (USA), einen Vortrag über das ungewöhnliche Thema: “Baptistische Katholizität – was soll das sein? Und warum ist sie für Baptisten und andere Christen wichtig?” Der Vortrag fand auf Englisch statt. Zum besseren Verständnis wurde eine Zusammenfassung auf Deutsch von Uwe Swarat ausgehändigt , die hier im Folgenden wiedergegeben wird:

 

„Katholizität” wird als ein Kennzeichen der Kirche sowohl im Apostolischen als auch im Nizänischen Glaubensbekenntnis genannt und kann auf zweierlei Weise verstanden werden: Zum einen als „quantitative“ Katholizität; damit bezieht sie sich auf die gesamte Kirche, zu der alle Christen gehören (die „universale Kirche“). Zum andern als „qualitative“ Katholizität; damit unterscheidet sie die Kirche, die in Glaube und Praxis völlig katholisch ist, von Ausdrucksformen der Kirche, die hinter der Katholizität zurückbleiben. Baptisten und andere freikirchliche Gemeinschaften neigen dazu, Katholizität im quantitativen Sinne zu bejahen, indem sie zugestehen, dass es nur eine einzige Kirche Jesu Christi gibt und dass zu dieser neben den Baptisten alle Nachfolger Christi in allen christlichen Konfessionen gehören. Aber der qualitativen Dimension von Katholizität hat man nicht immer ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt. Im Anschluss an das, was ich zur Katholizität der Kirche und zur Beziehung von Baptisten zu ihr in meinen Büchern Towards Baptist Catholicity: Essays on Tradition and the Baptist Vision (Paternoster, 2006) und Baptist Identity and the Ecumenical Future: Story, Tradition, and the Recovery of Community (Baylor University Press, 2016) geschrieben habe, schlage ich in diesem Vortrag vor, dass sich Baptisten und andere Freikirchen viel entschiedener das qualitative Verständnis von Katholizität zu eigen machen.

Der Vortrag behandelt zuerst die christozentrische Art, in der Ignatius von Antiochien den Begriff „katholische Kirche“ (ἡ καθολικὴ ἐκκλησία; he katholike ekklesia) im ersten Jahrzehnt des 2. Jahrhunderts verwendet – also in größter Nähe zur neutestamentlichen Gemeinde, die für baptistische Lehre und Praxis grundlegend wichtig ist. Im Kontext des Sprachgebrauchs von Ignatius stößt man auf vier Merkmale qualitativer Katholizität (Inkarnations-Christologie, sakramentaler Realismus, sichtbare Einheit und der Dienst der Aufsicht), die man ebenso auch im Neuen Testament wahrnehmen kann.

Anschließend stellt der Vortrag in Bezug auf die Katholizität der Kirche in baptistischer und freikirchlicher Perspektive eine Reihe von aufeinander aufbauenden Thesen auf. Diese Thesen stützen sich zum einen auf ein Verständnis baptistischer und freikirchlicher Identität als Gemeinschaft von Pilgern, die auf der Suche nach der Kirche sind, die vollständig von Christus regiert wird. Diese Kirche ist ein Ideal, dessen Verwirklichung Baptisten und freikirchliche Gemeinschaften bestenfalls eschatologisch verorten, irgendwo in der Zukunft, aber nicht in irgendeiner vergangenen oder gegenwärtigen Gestalt von Kirche. Zum anderen gründen die Thesen auf einer nicht näher entfalteten ekklesiologischen Öffnung in der narrativen Christologie des baptistischen Theologen James Wm. McClendon, Jr. Die Thesen lauten: (1) Die Identität der Kirche ist die Identität Christi. (2) Die Identität der Kirche ist die Identität Christi, die die Erzählung von Christus ist. (3) Die Identität der Kirche ist die Identität Christi, die die Erzählung von Christus ist, die die Erzählung unserer Taufe ist. (4) Die Identität der Kirche ist die Identität Christi, die die Erzählung von Christus ist, die die Erzählung des Dreieinigen Gottes ist. (5) Die Identität der Kirche ist die Identität Christi, die die Erzählung von Christus ist, die die Erzählung unserer Menschheit ist. (6) Die Identität der Kirche ist die Identität Christi, die die Erzählung von Christus ist, die die Erzählung aller Glieder des Leibes Christi ist. (7) Die Identität der Kirche ist die Identität Christi, die die Erzählung von Christus ist, die die Erzählung der eschatologischen Gemeinschaft ist.

Der letzte Teil des Vortrags erklärt, warum es wichtig ist, dass es „baptistische Katholizität“ gibt – wichtig sowohl für Baptisten als auch für andere Christen. Baptisten müssen entschiedener katholisch (im qualitativen Sinn des Wortes) sein, damit wir von der übrigen Kirche diejenigen Ressourcen empfangen, die uns helfen können, treuere Nachfolgegemeinschaften Jesu Christi zu werden. Die Kirche insgesamt braucht Baptisten, die entschiedener katholisch sind: Zum einen, damit sie bei uns die qualitative Katholizität erkennen kann, die unser gemeinsames Erbe und eine gemeinsame Quelle für die Erneuerung der Kirche in der Gegenwart ist, zum andern, damit sie in der baptistischen Tradition die spezifisch baptistischen Gaben wahrnehmen kann, die anderen Gestalten christlicher Gemeinschaft helfen können, im volleren Sinn katholisch zu werden. Der Kirche insgesamt mangelt es derzeit an qualitativer Katholizität – von christlicher Gemeinschaft zu christlicher Gemeinschaft in unterschiedlichem Maß. Aber dieser Mangel an Katholizität lässt sich überwinden, indem die kirchlichen Gaben, die in der geteilten Kirche derzeit überall verstreut sind, wechselseitig voneinander angenommen werden.

 

]]>
news-2201 Thu, 21 Jun 2018 14:28:38 +0200 "Schnupperstudierende" erleben Elstal http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2201&cHash=93dc3dae0a2c4a42d7cfc481ab473b71 „Gemeinschaft. Familiäre Atmosphäre. Interessante Vorlesung. Beachvolleyballfeld!“ – das verbinden unsere Schnupperstudierenden als erste Eindrücke mit der Theologischen Hochschule Elstal.
Vom 18.-20. Juni fand dieses Jahr das Schnupperstudium für Interessierte an der Hochschule statt. In diesen drei Tagen hatten die Schnupperstudierenden die Möglichkeit einen Einblick ins Campusleben zu bekommen, an Lehrveranstaltungen teilzunehmen und die Campusgemeinschaft kennenzulernen. Am Montagabend fand der diesjährige Open-Air-Gottesdienst zum Thema „Entscheidung“ statt: „Gott liebt mich – aber liebe ich auch Gott? Lebe ich das auch?“
Anschließend gab es in der „Kneipe“ viele Begegnungsmöglichkeiten und die Schnupperstudierenden konnten viele Fragen loswerden. Zeit und Raum für Gespräche mit Studierenden und Dozierenden gab es nicht nur zwischen den Lehrveranstaltungen, sondern auch am Beachvolleyballfeld am Dienstagabend oder nach der Campusandacht am Mittwochmorgen.
Wir sind gespannt, wen wir zum nächsten Semesterbeginn an der Hochschule begrüßen können!

]]>
news-2199 Fri, 15 Jun 2018 11:40:54 +0200 Prof. Dr. Martin Metzger verstorben http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2199&cHash=3d340511e54acef6ab5887d06072460f Prof. Dr. Martin Metzger ist am 10. Juni im Alter von 90 Jahren gestorben. Der BEFG-Pastor im Ruhestand war emeritierter Professor für Alttestamentliche Wissenschaft und Biblische Archäologie an der Universität Kiel sowie Lehrbeauftragter an der Theologischen Hochschule Elstal.


 „Martin Metzger war sein Leben lang voller Wissensdurst und Forscherdrang und hatte die Gabe, Anderen neue Erkenntnisse anschaulich und eindrücklich zu vermitteln“, würdigten BEFG-Präsident Michael Noss und Generalsekretär Christoph Stiba den Verstorbenen in einem Nachruf. „Wir sind Gott dankbar, dass Martin Metzger für Generationen von Menschen ein Segen geworden ist und bis zum Schluss Andere inspiriert hat. Als diesen begabten und begnadeten Menschen behalten wir ihn in dankbarer Erinnerung.“
Nach seinem Studium am baptistischen Predigerseminar trat Metzger den Gemeindedienst in einer Kölner Brüdergemeinde an und studierte Theologie an der Universität Bonn, wo er Ende der 50er Jahre promovierte. Er arbeitete als Hebräisch- und Griechisch-Lehrer sowie als Dozent für Altes Testament am Theologischen Seminar. Als erster Freikirchlicher habilitierte Metzger 1969 an der Theologischen Fakultät in Hamburg auf dem Gebiet der biblischen Archäologie. „Metzger war ein exzellenter Wissenschaftler, der zahlreiche Bücher und Aufsätze veröffentlicht hat“, schreiben Stiba und Noss in ihrem Nachruf. „Sein Grundriss der Geschichte Israels gehört zu den Standardwerken theologischer Forschung und Lehre. Dabei blieb er aber stets menschenverbunden und bodenständig.“ Die biblische Archäologie sei seine besondere Leidenschaft gewesen. Er hat an vielen Ausgrabungen im Nahen Osten teilgenommen. So war er 1960 bei einer Ausgrabung in der Hethiterhauptstadt Ḫattuša und begleitete von 1964 bis 1980 die Ausgrabungen am Tell Kāmid el-Lōz im Libanon. Noch bis in sein 90. Lebensjahr hinein führte er Museumsbesuche mit Theologiestudierenden durch.
Martin Metzger war von 1955 bis zu ihrem Tod 2015 mit der Lehrerin Lucie Metzger, geb. Sinnhoeffer verheiratet. Er hinterlässt vier erwachsene Kinder.
Die Trauerfeier und die Beisetzung finden am 21. Juni 2018 um 14:00 Uhr in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Dorfstr. 5 in 24220 Flintbek statt.

Ein Artikel von Julia Grundmann

 

Nachruf für Martin Metzger

]]>
news-2195 Tue, 12 Jun 2018 12:11:21 +0200 Neue Sekretärin im Rektoratsbüro http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2195&cHash=22f42702c0a8622abe246218edbe8aae Wir begrüßen Kerstin Funk als neue Sekretärin im Rektoratsbüro. Sie vertritt Friederike Goldbeck, die sich seit dem 08.06.2018 im Mutterschutz befindet. Im Rahmen der Campusandacht am 06.06.2018 wurde Kerstin offiziell begrüßt und Friederike verabschiedet.

Wir wünschen Friederike Goldbeck alles Gute für die spannende Zeit und freuen uns auf die gemeinsame Arbeit mit Kerstin Funk als neue Ansprechpartnerin im Rektoratsbüro.

]]>
news-2190 Wed, 06 Jun 2018 18:00:52 +0200 Thementag "Ökumene" mit Siegfried Großmann http://www.th-elstal.de/hochschule/studienangebot/aktuelles/detailansicht/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=2190&cHash=94d0739f0a60ade6a5a089b3bc564505 Im Rahmen eines Thementages zu „Ökumene“ war heute der Pastor, ehemalige Präsident des BEFG und Mitbegründer des ökumenischen Zentrums Schloss Craheim Siegfried Großmann zu Gast an der Theologischen Hochschule Elstal.

In der Campusandacht hielt Großmann eine Predigt über die neutestamentliche christliche Gemeinschaft. Das Wort werde in unseren Gemeinden oft lapidar verwendet und teilweise mit dem Gottesdienstbesuch gleichgesetzt, dabei meint das griechische Wort „koinonia“ weit mehr, als „im Gottesdienst in Reih und Glied zu sitzen und gemeinsam nach vorne zu schauen“. Koinonia bestehe aus dreierlei Elementen: Nach 1. Kor 1,9 wird koinonia als Teilhabe an Christus betont, in Hebr 13,16 kommt sie als Anteilnahme am Nächsten vor und in Apg 2, 42 als die Gemeinschaft der christlichen Gemeinde. Koinonia müsse daher mehrdimensional als koinonia in Christus, im Nächsten (in der Welt) und in der Ortsgemeinde stattfinden.

Jeder Christ müsse prüfen, ob er diese drei Elemente bei sich in einer Balance sieht, ansonsten ergeben sich unter Umständen Schwierigkeiten: Wer nur die koinonia zu Christus pflegt, der stehe in der Gefahr sich trotz eines fromm aussehenden Lebenswandels zu isolieren und von den Menschen zu entfernen. Wer koinonia nur als Hilfe am Nächsten versteht, der vernachlässigt unter Umständen seine Selbstfürsorge und könne unter Umständen einen Burn-Out erleiden. Wer koinonia nur als reines Zusammensein der Gemeinde sieht, bei dem drohe der Gottesdienst zu einer „Veranstaltungsgemeinschaft“ zu verkommen, bei welcher der Eventcharakter und die Anzahl der Besucher vor dem Inhalt stehe.

Grundlegend für unser Wirken als Christen und als Gemeinde sei es aus der koinonia in Christus die Kraft zu schöpfen in der Welt und in der Gemeinde zu wirken. Koinonia ist dabei immer ein Geben und Nehmen, ein Miteinander des Teilens und Aufnehmens, bei der idealerweise jeder am Ende genug hat.

 

Am Nachmittag vertiefte Großmann das Thema in einem Vortrag über Stand und Möglichkeiten der Ökumene in Deutschland.  Eine umfassende Ökumene aller christlichen Kirchen werde in Zeiten der Säkularisierung und schrumpfender Mitgliederzahlen immer wichtiger, sie sei aber nicht nur pragmatisch zu verstehen, sondern  als ein christliches Gebot und als Wirken des Heiligen Geistes zu begrüßen. Dabei gilt es jedoch zu klären, was mit Ökumene gemeint sei. Großmann tastete sich anhand von drei Schritten an das Thema heran.

  1. Ökumene als Einheit in Dogmatik, Struktur und Leitung
    Gerade nach katholischem und orthodoxem Kirchenverständnis sei eine solche Einheit zu bevorzugen, dabei erläutert Großmann, dass es eine solche Einheit in der Kirchengeschichte nie gegeben habe. Unterschiede und Vielfalt gehören zum Leib Christi dazu. Statt strammer Dogmatik sei ein gemeinsames Glaubensleben gefragt. Dadurch ließen sich inhaltliche Fragen oft überwinden, nicht selten werde im gelebten Miteinander auch das Gemeinsame des Glaubens deutlich.

  2. Ökumene als versöhnte Verschiedenheit
    Bei der versöhnten Verschiedenheit gehe es darum Unterschiede zu akzeptieren und sich dennoch gegenseitig zu akzeptieren. Dies dürfe jedoch nicht in einer friedlichen Koexistenz münden, bei der „jeder für sich“ lebe. Echte Versöhnung bedeute nach Großmann: „Ich muss den Glauben des Anderen glauben.“ Man müsse nicht alles verstehen und dürfe fremde Glaubenspraxen auch kritisch sehen, dennoch gilt es den Glauben des Gegenübers als vollwertig zu akzeptieren und neugierig zuzuhören.

  3. Ökumene als geistliche Ökumene und Teilhabe
    Ökumene solle über die Akzeptanz des Anderen hinaus gehen und den Glauben im Anderen finden wollen, um davon zu profitieren. Ökumene dürfe nicht nur ein dekorativer Nebensektor im Gemeindeleben sein, der zu besonderen Zeiten im Jahr gepflegt wird und nur die offensichtlichen Gemeinsamkeiten betone. Ökumene müsse als koinonia eine lebendige Teilhabe des Gebens und Nehmens bilden. Alle Seiten bringen das ein, was sie ausmacht, und befruchten sich damit gegenseitig. Der Andere wird damit zu einer Notwendigkeit für das eigene Wachstum. Auch wenn dies anfangs befremdlich sei, so lade wahre Ökumene zum Staunen über die vielfältigen Wirkweisen des Heiligen Geistes ein, auch in fremden Strukturen.

Zur Frage nach der Wahrheit sagt Großmann, dass diese nach neutestamentlichem Verständnis zwei Ebenen habe. Zum einen die Ebene der Erkenntnis Gottes, die stets Stückwerk bleibt. Zum anderen die Ebene der Erfahrung der Wirklichkeit Gottes. Auch diese sei Stückwerk, doch in der gemeinsamen Erfahrung der lebendigen Wirklichkeit Gottes sei es möglich dogmatische Fragen anzugehen und dennoch das geistliche Miteinander zu pflegen und den gemeinsamen Glauben zu betonen. Auf dieser Grundlage gelte es sich gegenseitig, auch in dogmatischen Fragen, zu befruchten. Dies erläuterte Großmann anhand dreier großer Fragen der Ökumene.

  • Wer ist Christ?
    Christsein werde laut Großmann durch vier Schritte definiert: Umkehr, Nach- und Umdenken, Taufe und Geistempfang und Zugehörigkeit zu einer christlichen Gemeinde. Als Baptisten gilt es zu betonen, dass Nachfolge stets eine Umkehr voraussetzt und nicht durch eine formale Kirchenzugehörigkeit definiert werde. Andersherum könne der Baptismus von den Volkskirchen lernen, dass es viele Wege zum Glauben gibt und auch die Kindertaufe ein Schritt zur vollständigen Umkehr sein kann. Der Heilige Geist sei sehr großzügig, was die Reihenfolge der vier Schritte zum Christsein anbelangt.
  • Was ist Taufe?
    Diese sei biblisch ein Doppelgeschehen: zum einen eine Heilstat Gottes, zum anderen ein Annehmen des Bundes durch den Menschen. Baptisten dürften nicht müde werden die Glaubenstaufe als vollkommene Taufe zu betonen, darin zeigt sich der Charakter der Taufe als Gottestat und Menschentat am besten. Diese Erkenntnis dürfe jedoch nicht dazu führen die Kindertaufe gänzlich abzulehnen. Viel mehr könne sie als ein Schritt hin zur Glaubenstaufe verstanden werden, der den Glauben als Tat Gottes in besonderer Weise betont.
  • Was ist Kirche?
    Kirche sei nach biblischem Verständnis die Gemeinschaft der Heiligen. Darin sind sämtliche Ämter als Dienste zu verstehen. Episkopale Kirchen betonen eher die Ämterhierarchie, kongregationalistische Kirchen besonders den Dienstcharakter der Ämter von unten her. Hierarchische Kirchen bräuchten die Ergänzung des Dienstes, ohne ihn seien die Herausforderungen der Zukunft für sie nicht lösbar. Doch auch kongregationalistische Kirchen benötigen die Ergänzung durch das Amt, ohne Hierarchie und einen Vertrauensvorsprung zu Gunsten des hauptamtlichen Pastors sei ein konstruktives Gemeindeleben sehr schwierig.

Abschließend fasst Großmann zusammen: „Ökumene ist immer oikonia“, und zwar im dargestellten umfassenden Sinn. Dogmatische Fragen dürften nicht ausgeklammert werden, sollten uns aber nicht hemmen geistliche Gemeinschaft zu pflegen. Statt Abgrenzung und Verurteilung bedürfe es gegenseitiges Vertrauen und die Einsicht, zusammen unterschiedliche Teile des Leibes Christi zu sein. Unter diesen Bedingungen könne aus der Ökumene heraus eine Gemeinschaft des Gebens und Nehmens entstehen, die allen Kirchen gut tue.

]]>